Minecraft-Server Lag beheben
„Der Server laggt“ kann drei völlig verschiedene Ursachen haben: Der Server rechnet zu langsam, die Verbindung ist schlecht oder der PC des Spielers kommt nicht hinterher. Diese Anleitung zeigt, wie du herausfindest, was bei dir los ist, und was wirklich hilft – mit Messung statt Raten.
9 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft: Oktober 2026
TPS, MSPT, Ping, FPS – was ist was?
| Wert | Bedeutung | Gut | Symptom bei Problemen |
|---|---|---|---|
| TPS | Ticks pro Sekunde des Servers | 20 (das Maximum) | Alles läuft verlangsamt: Mobs ruckeln, Blöcke tauchen wieder auf, Tageszeit schleicht |
| MSPT | Millisekunden Rechenzeit pro Tick | unter 50 ms | Ab 50 ms sinken die TPS unter 20 |
| Ping | Laufzeit der Verbindung Spieler ↔ Server | unter ~80 ms | Nur einzelne Spieler betroffen, „Gummiband“-Effekt beim Laufen |
| FPS | Bilder pro Sekunde beim Spieler | stabil | Ruckeln nur bei dem Spieler, Server-TPS sind normal |
Merke: Leiden alle gleichzeitig, ist es der Server (TPS). Leidet nur einer, ist es dessen Verbindung oder dessen PC. Gegen Ping und FPS hilft keine Server-Optimierung.
Schritt 1: Messen statt raten
Auf Paper gibt es zwei schnelle Befehle für die Konsole (im AvantaHost-Panel: Tab Konsole):
tps # TPS der letzten 1, 5 und 15 Minuten mspt # Rechenzeit pro Tick
Liegen die TPS dauerhaft bei 20 und die MSPT deutlich unter 50, hat der Server Reserven – dann such die Ursache bei Ping oder FPS. Zusätzlich lohnt der Blick in den Tab Übersicht: Steht die CPU ständig am Limit deines Pakets, ist das ein klares Zeichen.
Schritt 2: Mit Spark die Ursache finden
Spark zeigt, welcher Teil des Servers die Zeit frisst: ein Plugin, eine Mob-Farm, Redstone oder das Laden von Chunks. Seit Minecraft 1.21 ist Spark in Paper bereits eingebaut. Auf älteren Versionen und anderer Software (Fabric, Forge) installierst du es als Plugin bzw. Mod von spark.lucko.me.
# Profiler starten, stoppt nach 10 Minuten automatisch spark profiler start --timeout 600 # oder manuell starten und stoppen spark profiler start spark profiler stop # Nur Ticks aufzeichnen, die länger als 60 ms dauern (gut für kurze Lag-Spitzen) spark profiler start --only-ticks-over 60 # Gesamtzustand: TPS, MSPT, CPU, Speicher, Festplatte spark health
Am Ende liefert Spark einen Link zum Bericht. Klappe dort den Baum unter dem Server-Thread auf und folge den größten Prozentwerten. Typische Funde:
- Ein Plugin-Name ganz oben → Plugin aktualisieren, Einstellungen prüfen oder ersetzen.
entityTick/ viele Entities → Mob-Farmen, herumliegende Items, zu viele Tiere auf einem Fleck.- Chunk-Generierung → Spieler erkunden neue Gebiete. Lösung: Pregeneration (Schritt 5).
- Hopper und Redstone → große Sortieranlagen und Clock-Schaltungen.
/timings) ist veraltet und seit 1.21 in Paper standardmäßig deaktiviert – nutze Spark.Schritt 3: view-distance und simulation-distance
Das ist der wirksamste einzelne Hebel. Beide Werte stehen in der server.properties (Tab Dateien) und sind in Chunks angegeben:
- view-distance: Wie weit Spieler die Welt sehen. Kostet vor allem Bandbreite und Speicher.
- simulation-distance: In welchem Umkreis Mobs, Pflanzen und Redstone tatsächlich berechnet werden. Kostet CPU – und zwar quadratisch mit dem Radius.
# Standard ist jeweils 10 view-distance=8 simulation-distance=6
Ein Radius von 6 statt 10 bedeutet pro Spieler etwa 169 statt 441 simulierte Chunks – weniger als die Hälfte. Im Spiel merkt man das kaum, Farmen funktionieren weiter, solange ein Spieler in der Nähe ist. Neustart nicht vergessen.
Schritt 4: Paper-Einstellungen optimieren
Läuft dein Server noch auf Vanilla, ist der Wechsel zu Paper die größte Verbesserung überhaupt – bei voller Kompatibilität mit normalen Welten. Auf Paper gibt es zusätzlich die Datei config/paper-world-defaults.yml. Ein paar Optionen, die wenig am Spielgefühl ändern:
collisions: max-entity-collisions: 2 # Standard 8 environment: optimize-explosions: true # Standard false chunks: max-auto-save-chunks-per-tick: 8 # Standard 24, glättet Spitzen beim Auto-Save
Mit Bedacht einsetzen – diese Optionen ändern das Verhalten:
| Option | Effekt | Nebenwirkung |
|---|---|---|
misc.redstone-implementation: ALTERNATE_CURRENT | Deutlich schnelleres Redstone | Verhalten von Redstone-Staub ändert sich, manche technischen Bauten brechen |
hopper.disable-move-event: true | Schnellere Hopper | Schutz-Plugins (Grundstücke, Shops) erkennen Hopper-Bewegungen nicht mehr |
tick-rates.mob-spawner | Spawner seltener berechnen | Spawner-Farmen liefern weniger |
entities.spawning.despawn-ranges | Mobs verschwinden früher | Anpassung an niedrige simulation-distance sinnvoll |
Ändere immer nur wenige Werte gleichzeitig und miss danach erneut mit Spark. Alle Optionen erklärt die Paper-Dokumentation.
Schritt 5: Welt mit Chunky vorgenerieren
Neue Chunks zu erzeugen ist eine der teuersten Aufgaben überhaupt. Fliegen Spieler mit Elytren durch unerkundetes Gebiet, brechen die TPS ein. Die Lösung: Generiere die Welt vorab, wenn niemand spielt, und setze eine Weltgrenze.
Installiere das Plugin Chunky (auf Hangar oder Modrinth) wie in Minecraft-Plugins installieren beschrieben. Dann in der Konsole:
# Weltgrenze setzen: 10.000 Blöcke Durchmesser um 0,0 worldborder center 0 0 worldborder set 10000 # Chunky übernimmt Mittelpunkt und Radius der Weltgrenze chunky world world chunky worldborder chunky start # Fortschritt, Pause, Fortsetzen chunky progress chunky pause chunky continue
Für Nether und End wiederholst du das mit chunky world world_nether bzw. world_the_end (dort reicht ein kleinerer Radius).
Schritt 6: Typische Lag-Quellen im Spiel
- Zu viele Tiere in Ställen (hunderte Kühe auf einem Fleck). Zucht begrenzen.
- Herumliegende Items, z. B. von kaputten Farmen. In der Konsole zählen und entfernen:
kill @e[type=item]– Vorsicht, löscht alle gerade geladenen Item-Drops. - Redstone-Clocks, die ständig laufen, auch wenn niemand die Anlage nutzt.
- Plugins mit Weltscans (manche Anti-Xray- oder Logging-Plugins in falscher Einstellung).
- Veraltete Plugins nach einem Minecraft-Update – Spark zeigt sie zuverlässig.
Mythos: Mehr RAM macht den Server schneller
Der häufigste Irrtum. Minecraft berechnet die Spielwelt im Kern auf einem Thread – TPS hängen vor allem an der Leistung eines einzelnen CPU-Kerns, nicht am Arbeitsspeicher. RAM brauchst du genug, aber nicht mehr:
- Paper empfiehlt für die meisten Server 6–10 GB, auch bei wenigen Spielern. Kleine Vanilla-Runden kommen mit weniger aus.
- Über einen gewissen Punkt hinaus bringt mehr RAM laut Paper-Doku „minimal returns“ – 32 GB für einen normalen Server sind verschwendetes Geld.
- Zu viel RAM kann sogar schaden: Der Garbage Collector hat mehr aufzuräumen, die Pausen werden länger.
- Zu wenig RAM erkennst du daran, dass
spark healthdauerhaft fast vollen Heap und häufige GC-Pausen zeigt – oder am Absturz mitOutOfMemoryError.
Fazit: Lag fast immer erst messen und optimieren. Ein größeres Paket hilft vor allem dann, wenn Spark eine dauerhaft ausgelastete CPU zeigt, obwohl Sichtweite, Entities und Plugins im Rahmen sind.
Minecraft-Hosting mit Reserven
Unsere Minecraft-Pakete laufen auf hoch getakteten CPU-Kernen mit NVMe-Speicher, Paper kannst du bei der Bestellung direkt auswählen. Und wenn Spark zeigt, dass die CPU wirklich am Limit ist, findest du dort auch die größeren Pakete.
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