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Valheim Dedicated Server einrichten

Ein eigener Valheim-Server läuft rund um die Uhr, auch wenn der Host-Spieler offline ist. Diese Anleitung richtet den Dedicated Server auf einem Linux-Server mit SteamCMD ein, erklärt die Startparameter und Ports, zeigt die Mod-Installation mit BepInEx und wie du deine Welt sicherst.

8 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft: Oktober 2026

Voraussetzungen

  • Linux-Server mit Ubuntu 22.04/24.04 oder Debian 12 und Root-Zugriff
  • Mindestens 2 CPU-Kerne und 4 GB RAM für eine kleine Gruppe – mit Mods und großen Basen eher 8 GB
  • Rund 5 GB freier Speicher plus Platz für Welt-Backups
  • Grundkenntnisse in SSH (siehe SSH absichern)

Schritt 1: Benutzer und SteamCMD einrichten

Der Server läuft unter einem eigenen Benutzer, nicht als root. Auf Ubuntu installierst du SteamCMD aus dem multiverse-Repository:

# Benutzer für den Gameserver anlegen
sudo useradd -m -s /bin/bash valheim

# 32-Bit-Architektur und SteamCMD (Ubuntu)
sudo add-apt-repository multiverse
sudo dpkg --add-architecture i386
sudo apt update
sudo apt install -y steamcmd

# Bibliotheken, die der Valheim-Server braucht
sudo apt install -y libatomic1 libpulse-dev libpulse0
Debian: Hier liegt SteamCMD im Bereich non-free. Aktiviere contrib non-free in deinen Paketquellen, dann funktioniert dieselbe Installation.

Schritt 2: Valheim Dedicated Server installieren

Der Dedicated Server hat die Steam-App-ID 896660 und lässt sich anonym herunterladen – du brauchst keinen Steam-Account mit Valheim.

sudo -u valheim -i

steamcmd +force_install_dir /home/valheim/server \
  +login anonymous \
  +app_update 896660 validate \
  +quit

Mit demselben Befehl aktualisierst du den Server später. Nach einem Valheim-Update müssen Server und Spieler dieselbe Version haben, sonst erscheint beim Verbinden „Incompatible version“.

Schritt 3: Startskript anlegen

Im Installationsordner liegt start_server.sh. Bearbeite nicht das Original – ein Update überschreibt es. Lege eine eigene Kopie an:

/home/valheim/server/start_valheim.sh
#!/bin/bash
export templdpath=$LD_LIBRARY_PATH
export LD_LIBRARY_PATH=./linux64:$LD_LIBRARY_PATH
export SteamAppId=892970

./valheim_server.x86_64 \
  -name "Mein Valheim Server" \
  -port 2456 \
  -world "Midgard" \
  -password "geheim123" \
  -public 1 \
  -saveinterval 1800 \
  -backups 4

export LD_LIBRARY_PATH=$templdpath
chmod +x /home/valheim/server/start_valheim.sh
ParameterBedeutung
-nameName in der Serverliste
-worldWeltname – existiert sie nicht, wird sie neu angelegt
-passwordMindestens 5 Zeichen und darf nicht im Servernamen vorkommen, sonst startet der Server nicht
-public1 = in der Community-Liste sichtbar, 0 = nur per IP erreichbar
-saveintervalSpeicherintervall in Sekunden (Standard 1800 = 30 Minuten)
-backupsAnzahl automatischer Welt-Backups (Standard 4)
-crossplayÖffnet den Server für Xbox/Game-Pass-Spieler über Relay-Server (siehe unten)
-presetSchwierigkeit: z. B. casual, easy, normal, hard, hardcore, immersive, hammer

Schritt 4: Ports freigeben

Valheim nutzt den angegebenen Port und den nächsthöheren – beim Standard also 2456 und 2457 (UDP):

sudo ufw allow 2456:2457/udp
sudo ufw status

Spieler verbinden sich im Spiel über Join Game → Join IP mit DEINE-SERVER-IP:2456. Bei öffentlichen Servern taucht er zusätzlich in der Community-Liste auf – das kann nach dem Start einige Minuten dauern.

Crossplay: Mit -crossplay läuft die Verbindung über PlayFab-Relay-Server statt direkt über Steam. Dann ist keine Portfreigabe nötig und Spieler können auch per Join-Code beitreten. Die Verbindung über eine lokale IP geht in diesem Modus nicht. Spieler auf Xbox können keine Mods verwenden.

Schritt 5: Als systemd-Dienst betreiben

Damit der Server nach einem Neustart automatisch hochfährt und sauber speichert, richtest du einen Dienst ein. Valheim speichert beim Beenden über SIGINT (wie Strg+C) – deshalb KillSignal=SIGINT:

/etc/systemd/system/valheim.service
[Unit]
Description=Valheim Dedicated Server
After=network-online.target
Wants=network-online.target

[Service]
Type=simple
User=valheim
WorkingDirectory=/home/valheim/server
ExecStart=/home/valheim/server/start_valheim.sh
KillSignal=SIGINT
TimeoutStopSec=120
Restart=on-failure
RestartSec=30

[Install]
WantedBy=multi-user.target
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now valheim
sudo journalctl -u valheim -f   # Log live verfolgen

Schritt 6: Admins festlegen

Die Berechtigungsdateien liegen im Speicherordner ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim/ des valheim-Benutzers:

  • adminlist.txt – Admins, dürfen in der Konsole (F5) z. B. kick und ban verwenden
  • bannedlist.txt – gesperrte Spieler
  • permittedlist.txt – Whitelist. Achtung: Sobald hier jemand steht, kommen alle anderen nicht mehr rein.

Pro Zeile steht eine ID. Aktuelle Versionen erwarten das Format Plattform_ID, für Steam-Spieler also z. B. Steam_76561198… (die SteamID64). Die genaue Schreibweise findest du im Server-Log beim Verbinden oder im Spiel mit F2. Nach Änderungen den Server neu starten.

Schritt 7: Mods mit BepInEx

Fast alle Valheim-Mods setzen auf BepInEx, genauer auf das angepasste Paket BepInExPack_Valheim von Thunderstore.

  1. Server stoppen und ein Backup machen (siehe Schritt 8).
  2. BepInExPack_Valheim herunterladen und in einen separaten Ordner entpacken.
  3. Den Inhalt des Ordners BepInExPack_Valheim ins Server-Verzeichnis /home/valheim/server kopieren.
  4. In start_server_bepinex.sh dieselben Parameter wie in deinem Startskript eintragen, chmod u+x start_server_bepinex.sh ausführen und im systemd-Dienst ExecStart auf dieses Skript umstellen.
  5. Server starten. Erscheinen BepInEx-Meldungen im Log, hat es geklappt – dabei werden die Ordner BepInEx/plugins und BepInEx/config angelegt.
  6. Mod-DLLs nach BepInEx/plugins/ kopieren, neu starten, Einstellungen in BepInEx/config/ anpassen.
Server- und Client-Mods: Viele Mods (neue Items, Gebäude, Gegner) müssen auf dem Server und bei jedem Spieler in derselben Version installiert sein. Nur wenige Mods sind rein serverseitig. Lies die Beschreibung jeder Mod – und halte die Mod-Liste für deine Gruppe fest, z. B. als Thunderstore-Modpack.

Schritt 8: Welt sichern

Eine Welt besteht aus zwei Dateien mit dem Weltnamen: Midgard.db (die eigentliche Welt) und Midgard.fwl (Metadaten wie der Seed). Beide liegen in:

/home/valheim/.config/unity3d/IronGate/Valheim/worlds_local/

Valheim legt dort mit -backups automatisch einige Sicherungen an – die liegen aber auf demselben Server. Sichere zusätzlich extern, z. B. mit einem täglichen Cronjob:

crontab -e (als valheim)
# Täglich 05:00: Welt als Archiv sichern, 14 Tage aufheben
0 5 * * * tar czf /home/valheim/backups/world-$(date +\%F).tar.gz -C /home/valheim/.config/unity3d/IronGate/Valheim worlds_local && find /home/valheim/backups -name 'world-*.tar.gz' -mtime +14 -delete
mkdir -p /home/valheim/backups

Lade die Archive regelmäßig auf deinen PC oder einen Speicherdienst herunter, z. B. per scp oder rsync. Zum Wiederherstellen: Server stoppen, beide Dateien zurückkopieren, starten.

Eigene Welt hochladen: Eine Welt aus deinem lokalen Spiel liegt unter Windows in %USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim\worlds_local. Kopiere .db und .fwl in den Ordner auf dem Server und setze -world auf genau diesen Namen.

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