Domainbedingungen

Stand: 24. Oktober 2026 · Als PDF herunterladen

1. Geltungsbereich

Diese Domainbedingungen gelten für alle Verträge zwischen Avantahost (nachfolgend „Anbieter“) und dem Kunden über die Registrierung, den Transfer, die Verlängerung und die Verwaltung von Domains. Sie ergänzen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Bei Widersprüchen gehen für Domains diese Domainbedingungen vor.

Der Anbieter vermittelt Domains als Reseller über akkreditierte Registrare. Je nach Top-Level-Domain (TLD) kommt der Vertrag über die Domain zwischen dem Kunden und der zuständigen Vergabestelle (Registry) zustande; der Anbieter beauftragt die Registrierung dann im Namen und für Rechnung des Kunden. Für den Vertrag über die Leistungen des Anbieters (Beantragung, Verwaltung, DNS, Verlängerung) ist ausschließlich der Anbieter Vertragspartner.

Für jede TLD gelten zusätzlich die Richtlinien und Bedingungen der jeweiligen Vergabestelle sowie, für generische TLDs (z. B. .com, .net, .org), die Vorgaben der ICANN. Diese werden mit der Registrierung Vertragsbestandteil. Die Rechte und Pflichten von Domaininhabern nach den ICANN-Vorgaben sind unter icann.org zusammengefasst. Für .de-Domains gelten die DENIC-Domainbedingungen.

2. Begriffe

  • Domaininhaber (Registrant): die Person oder Organisation, auf die die Domain registriert ist.
  • Vergabestelle (Registry): die Stelle, die eine TLD verwaltet, z. B. DENIC für .de.
  • Registrar: ein von der ICANN oder einer Vergabestelle zugelassenes Unternehmen, über das der Anbieter Domains registriert.
  • Laufzeit: der Zeitraum, für den die Domain bezahlt ist (in der Regel ein Jahr).
  • Auth-Code: der Code, mit dem eine Domain zu einem anderen Anbieter umgezogen wird.

3. Registrierung

Der Kunde beauftragt die Registrierung mit der Bestellung. Der Preis wird bei der Bestellung vom Guthaben abgebucht. Die Registrierung wird erst wirksam, wenn die Vergabestelle sie annimmt. Die Verfügbarkeitsprüfung vor der Bestellung ist eine Momentaufnahme; der Anbieter kann nicht garantieren, dass eine Domain bis zur Registrierung frei bleibt oder registriert werden kann.

Lehnt die Vergabestelle oder der Registrar die Registrierung ab, wird der Kunde informiert und der gezahlte Betrag vollständig auf sein Guthaben zurückgebucht.

Nach erfolgreicher Registrierung verwaltet der Kunde die Domain im Kundendashboard (Nameserver, DNS-Einträge, Verlängerung, Transfer). Ohne eigene Nameserver nutzt die Domain die Nameserver des Anbieters.

Die Vergabestelle, der Registrar oder der Anbieter können eine Domain sperren, ihren Status ändern oder sie zurückhalten, soweit das erforderlich ist, um (1) Fehler bei der Registrierung zu beheben, (2) einem Streitbeilegungsverfahren oder der Entscheidung einer Vergabestelle nachzukommen, (3) die Sicherheit und Stabilität des Registrierungssystems zu schützen oder (4) gesetzlichen Pflichten oder Anordnungen von Behörden und Gerichten zu folgen.

4. Pflichten des Kunden

Der Kunde gibt bei der Bestellung vollständige und richtige Inhaberdaten an (Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer; bei Organisationen zusätzlich den Namen der verantwortlichen Person). Änderungen teilt er unverzüglich, spätestens innerhalb von sieben Tagen mit. Fragt die Vergabestelle oder der Anbieter nach der Richtigkeit der Daten, antwortet der Kunde innerhalb von 15 Tagen.

Wissentlich falsche Angaben oder das Ausbleiben einer Antwort innerhalb dieser Fristen sind ein erheblicher Vertragsverstoß. Der Anbieter kann die Domain dann sperren und den Vertrag aus wichtigem Grund kündigen; die Vergabestelle kann die Domain löschen.

Der Kunde versichert, dass die Registrierung und Nutzung der Domain keine Rechte Dritter verletzt (insbesondere Marken-, Namens- und Urheberrechte) und nicht gegen geltendes Recht verstößt. Die Nutzung der Domain unterliegt außerdem der Acceptable Use Policy.

Überlässt der Kunde die Domain einem Dritten zur Nutzung, bleibt er als Inhaber verantwortlich. Er hält seine eigenen Kontaktdaten aktuell, damit Probleme mit der Registrierung schnell geklärt werden können.

Der Kunde stellt den Anbieter, den Registrar und die Vergabestelle von Ansprüchen Dritter frei, die aus einer von ihm zu vertretenden Rechtsverletzung durch die Domain entstehen, einschließlich angemessener Kosten der Rechtsverteidigung. Die Freistellung gilt auch über das Vertragsende hinaus.

5. Regulierte Top-Level-Domains

Einige TLDs sind reguliert (z. B. Domains für bestimmte Berufe, Branchen oder Regionen). Wer eine solche Domain registriert, muss die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, die nötigen Nachweise auf Anfrage vorlegen und Änderungen an diesen Voraussetzungen unverzüglich mitteilen. Werden personenbezogene Gesundheits- oder Finanzdaten über die Domain verarbeitet, sind angemessene Sicherheitsmaßnahmen nach geltendem Recht zu treffen.

Verstößt der Kunde gegen diese Voraussetzungen, kann der Anbieter den Domainvertrag aus wichtigem Grund kündigen.

6. Transfer und Inhaberwechsel

Transfer zum Anbieter: Der Kunde benötigt den Auth-Code seines bisherigen Anbieters. Die Domain muss beim bisherigen Anbieter entsperrt sein. Viele Vergabestellen erlauben einen Transfer frühestens 60 Tage nach der Registrierung oder einem vorherigen Transfer. Ein Whois-Datenschutz des bisherigen Anbieters muss gegebenenfalls vorher aufgehoben werden.

Transfer zu einem anderen Anbieter: Der Kunde kann den Auth-Code jederzeit im Kundendashboard anfordern. Bereits bezahlte Laufzeit wird bei einem Wegzug nicht erstattet.

Inhaberwechsel: Der Anbieter übernimmt bei einem Inhaberwechsel nur die technische Abwicklung. Für die rechtliche Wirksamkeit der Übertragung sind der bisherige und der neue Inhaber selbst verantwortlich. Der Anbieter kann einen Inhaberwechsel ablehnen, wenn begründete Zweifel an der Berechtigung bestehen.

Für generische TLDs gilt ergänzend die Transfer Policy der ICANN.

7. Laufzeit, Verlängerung und Kündigung

Die Laufzeit beginnt mit der Registrierung bzw. dem abgeschlossenen Transfer und beträgt ein Jahr, sofern bei der Bestellung nichts anderes gewählt wurde.

Verlängerung: Der Kunde kann eine Domain jederzeit im Kundendashboard aus seinem Guthaben um ein weiteres Jahr verlängern. Ist die automatische Verlängerung eingeschaltet, bucht der Anbieter den Verlängerungspreis 14 Tage vor Ablauf vom Guthaben ab. Reicht das Guthaben nicht, wird der Kunde benachrichtigt; die Domain wird dann nicht automatisch verlängert.

Erinnerung: Der Anbieter erinnert den Kunden 30 Tage und erneut 7 Tage vor Ablauf per E-Mail und im Kundendashboard an den bevorstehenden Ablauf.

Kündigung: Die Domain kann jederzeit zum Ende der bezahlten Laufzeit gekündigt werden – über das Kundendashboard, über die Schaltfläche „Verträge hier kündigen“ oder in Textform. Mit der Kündigung wird die automatische Verlängerung abgeschaltet. Bis zum Ablauf bleibt die Domain unverändert nutzbar, und die Kündigung kann bis dahin im Kundendashboard zurückgenommen werden.

8. Ablauf und Wiederherstellung

Wird eine Domain bis zum Ablauf nicht verlängert, markiert der Anbieter sie als abgelaufen und benachrichtigt den Kunden. Der Anbieter löscht abgelaufene Domains nicht automatisch: Bevor eine Domain endgültig freigegeben wird, prüft ein Mitarbeiter den Fall. Solange die Domain noch nicht freigegeben ist, kann der Kunde sie durch Zahlung der Verlängerung weiterführen.

Nach dem Ablauf richten sich Nachfristen, Rücknahmephasen (z. B. Redemption Grace Period) und deren Kosten nach den Regeln der jeweiligen Vergabestelle und des Registrars. Fallen für eine Wiederherstellung zusätzliche Kosten an, teilt der Anbieter sie dem Kunden vorher mit; die Wiederherstellung erfolgt nur, wenn der Kunde zustimmt. Nach Ablauf aller Fristen wird die Domain von der Vergabestelle gelöscht und kann von Dritten registriert werden.

Kündigt der Anbieter den Vertrag berechtigt wegen Zahlungsverzugs oder aus wichtigem Grund, kann er die Domain nach angemessener Frist an die Vergabestelle zurückgeben oder löschen lassen, sofern der Kunde keine andere Weisung erteilt (z. B. einen Transfer).

9. Gewährleistung

Der Anbieter schuldet die ordnungsgemäße Beantragung und Verwaltung der Domain. Er übernimmt keine Gewähr dafür, dass eine Domain frei von Rechten Dritter ist, einen bestimmten Wert hat oder dauerhaft registriert bleibt, wenn eine Vergabestelle, ein Gericht oder ein Streitbeilegungsverfahren anders entscheidet. Die Haftung des Anbieters richtet sich nach Ziffer 7 der AGB.

10. Streitbeilegung bei Domains

Für Streitigkeiten über Rechte an generischen Domains gelten die Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) und das Uniform Rapid Suspension System (URS) der ICANN in der jeweils gültigen Fassung. Mit der Registrierung unterwirft sich der Kunde diesen Verfahren. Länderspezifische Vergabestellen (ccTLDs) haben teilweise eigene Verfahren, die dann gelten.

Diese Verfahren lassen den Rechtsweg vor den staatlichen Gerichten unberührt.

11. Datenschutz

Zur Registrierung übermittelt der Anbieter die Inhaberdaten an den Registrar und die Vergabestelle. Diese können die Daten nach ihren Regeln in öffentlichen Verzeichnissen (Whois/RDAP) veröffentlichen, soweit das zulässig ist. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

12. Änderungen

Ändern die ICANN oder eine Vergabestelle ihre Vorgaben, kann der Anbieter diese Domainbedingungen entsprechend anpassen. Für alle übrigen Änderungen gilt Ziffer 9b der AGB. Ist der Kunde mit einer Änderung nicht einverstanden, kann er die Domain kündigen oder zu einem anderen Anbieter umziehen.

Für Verbraucher gilt zusätzlich die Widerrufsbelehrung.